Na, kommt uns diese prekäre Situation nicht aus der Berichterstattung der letzten Tage irgendwie bekannt vor? Sie stimmt auffallend mit der Einlassung unseres lieben Herrn Silvio Guttenberg überein, stammt aber aus einem Interview mit einem sog. "akademischen Ghostwriter" auf faz.net.
Wer sich eine Vorstellung davon machen möchte, wie man sich - vorausgesetzt der Papa hat genügend Geld - eine Abschluss- oder Doktorarbeit schreiben lassen kann, erfährt durch das Interview Einzelheiten:
"Die meisten Kunden kommen zu uns, weil sie eine mehr oder minder große Abhandlung zu einem beliebigen Thema brauchen. Das kann ein kleiner Aufsatz oder ein Strategiepapier sein, aber auch eine lange Ausarbeitung über 100 oder 200 Seiten. Nach diesen Wünschen erstellen wir eine Gliederung, die der Kunde noch einmal absegnen muss, danach beginnen wir mit der Arbeit."
Was der Spaß kostet?
"Wir bedienen vor allem sicherlich eine gut betuchte Klientel, die es sich leisten kann, 10.000 Euro oder mehr für 200 Seiten Text auszugeben. Je nach Umfang kann ein Auftrag auch durchaus noch teurer werden und bis zu 100.000 Euro kosten"
Und wie kommt der Ghostwriter im Falle einer Aufdeckung des Plagiats aus der Nummer wieder raus?
"Wir sichern uns aber dadurch ab, dass der Kunde im Vertrag einen Passus unterschreiben muss, dass er das Werk nicht unter dem eigenen Namen veröffentlicht und bei Zuwiderhandeln juristische Konsequenzen folgen können."
Wer die kriminelle Energie besitzt, sich die Doktorarbeit schreiben zu lassen, wird sich von diesem Passus wohl kaum abschrecken lassen! Zudem: Wo kein Kläger, da kein Richter - wer sollte von den Beteiligten ein (ökonomisches) Interesse haben, nachzubohren und aufzudecken? Die konkret interviewte Ghostwriting-Agentur ist hier natürlich von allen Unterstellungen ausgenommen!
Ansonsten git: Hauptsache der Rubel rollt ...
(Quelle: http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E0E64C9C3D5854B17801080ADD02570C5~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
"Fragt man solche Ghostwriter zur Causa Guttenberg, heißt es: "Hätte er sich bei uns gemeldet, wäre ihm das nicht passiert.""
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen